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Mina

Platsch. Platsch. Irgendetwas Nasses traf meine Hand. Dann traf es mein Gesicht, meinen Hals und meine Arme. Scheinbar unendliche Zeit brauchte mein Gehirn um zu verstehen, dass es regnete und dass ich ausgestreckt auf der Erde lag. Erst dann war ich hellwach. Mit einem leisen Fluch sprang ich hoch und unterdrückte als nächstes einen Schrei. Meine ausgekugelte Schulter tat fast noch mehr weh als vorher. Keuchend stand ich in der Dunkelheit. Was war mit meinen Augen los? War ich auf einmal blind? Vor meinem inneren Auge tauchte das Bild eines Lichtballes auf, der sich auf mich zu bewegte. Hatte er mich geblendet? Panisch versuchte ich etwas zu sehen, doch alles blieb dunkel. Dann fühlte ich, wie mir Tränen die Wangen herunter liefen. Und genau in diesem Moment bemerkte ich ein Leuchten am rechten Rand meines Blickfeldes. Als ich meinen Kopf in die Richtung drehte, blieb das Leuchten, wo es war, doch als ich meine Hand auf das Leuchten hinbewegen wollte, bewegte es sich auch. Noch ein paar Mal ging dieses Spiel hin und her, bis ich begriff, dass das Leuchten von meiner Hand ausging. Ich hob sie an meine Augen und begriff nun endlich, dass ich nicht blind war. Nur der Himmel war bedeckt und ich war irgendwo im Nirgendwo ohne Straßenlampen.

Doch meine leuchtende Hand blieb mir unbegreiflich. Ich bewegte meine Finger und das Leuchten verteilte sich auf jeden einzelnen Finger, sodass sich fünf Striche in der Dunkelheit bewegten. Was war das nur? „Magie gibt es schon seit Anbeginn der Zeiten“, tönte plötzlich die Stimme meines Vaters in meinem Kopf. Magie. Es musste Magie sein, nichts anderes machte Sinn. Eine Hand fing nicht von allein an zu leuchten. Es sei denn, ich wäre bei meinem Sturz zufällig in einer Pfütze mit fluoreszierenden Mittel gelandet. Doch das war mitten auf einem Feld noch unmöglicher als die Tatsache, dass ich Magie benutzt hatte.

Als ich meine Hand wieder ansah erinnerte mich das Leuchten an etwas anderes. An eine Person, die von Lichtkugel und – blitzen getroffen wurde. Und mein Gehirn lieferte mir sofort den Namen dieser Person. Dora. Dora, die für mein Leid verantwortlich war, die meine Geschwister entführt hatte. Geschwister? Ich erstarrte. Wie konnte ich denn nur Josi vergessen. Wo war sie? Und wo war Cassy?

Ich machte ein paar unsichere Schritte in die eine Richtung, drehte um und ging wieder in die Gegenrichtung. Dabei hielt ich meine leuchtende Hand wie eine Taschenlampe vor mir ausgestreckt. Dadurch konnte ich aufgeworfene Erde und ein paar Grasbüschel erkennen, doch der Lichtkreis reichte kaum ein paar Schritt weit. Ich hielt an und wedelte mit meiner Hand in der Luft herum. „Wenn sie doch nur heller scheinen würde“, dachte ich mit einem Seufzen. Und im nächsten Augenblick schrie ich erschrocken auf. Denn meine Hand leuchtete tatsächlich wie ein Scheinwerfer. Dann passierte das Seltsamste an diesem ganzen Tag: Das Leuchten löste sich von meiner Hand und formte sich zu einer Kugel, die träge über meinem Kopf schwebte. Ich schüttelte fassungslos den Kopf. Bei Gelegenheit würde ich jemanden fragen, wie ich das geschafft hatte, aber im Moment waren mir Josi und Cassy wichtiger.

 Trotz des Lichts aus der Kugel über meinem Kopf stolperte ich über das Feld und suchte verzweifelt nach einem Lebenszeichen von den Beiden. Dann endlich fand ich sie. Sie hatten Schutz unter einer Gruppe von Bäumen gesucht. Dort saßen sie, Cassy an den Stamm eines Baums gelehnt und Josi, den Kopf in den Schoß der Großen gelegt und schlafend. Ich lächelte erleichtert. Sie waren beide trocken und gesund. Im Gegenteil zu mir. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich vollkommen durchweicht von dem Regen war. Ich zuckte mit den Achseln. Daran konnte ich jetzt wohl nicht mehr ändern.

Ich wollte mich gerade auch an den Stamm lehnen, als Cassy neben mir erwachte. Sie sah mich vollkommen erstaunt an, dann sprudelte alles aus ihr heraus:

„Es tut mir so leid, Mina! Ich wollte dir wirklich helfen. Aber dieses Mädchen da, ich weiß nicht was sie mir dir gemacht hat, es ging alles so schnell. Da habe ich Josi nu noch gepackt und bin weggerannt. Doch da war diese komische unsichtbare Wand und wir konnten nicht weiter. Und dann war sie auf einmal hinter mir und wollte, dass ich ihr Josi gebe – das hab ich natürlich nicht gemacht – und sie meinte nur, ich solle das lieber machen, sonst würde es mir leid tun. Und dann hat sie mich berührt und ich konnte mich nicht mehr bewegen und alles ist um mich schwarz geworden. Als ich wieder zu mir gekommen bin, saß Josi da neben dir und hat geweint. Also hab ich sie beruhigt und wollte dich wegziehen, aber du hast dich nicht bewegt und ich konnte dich keinen Zentimeter wegbekommen. Also hab ich lieber die Kleine erstmal in Sicherheit gebracht, weil es ja angefangen hat zu regnen und dann ist sie eingeschlafen und du lagst da immer noch draußen… Es tut mir so leid!! Ich hätte dich da wegbringen müssten!“

In Cassys Augen glänzten Tränen. Ich lächelte nur. „Das ist doch nicht schlimm. Du siehst doch: Ich bin hier. Und so gesund, wie man es mit einer ausgekugelten Schulter und klatschnassen Sachen sein kann.“ Sie nickte. Dann wanderte ihr Blick zu der Lichtkugel über meinem Kopf und ihr blieb der Mund vor Staunen offen. „Was ist das?“, hauchte sie und sah mich unsicher an. Ich zuckte wieder mir den Schultern. „Ich weiß es nicht. Zuerst war es nur um meine Hand und als ich mir gewünscht habe, dass es größer werden soll, wurde plötzlich diese Kugel daraus. Ich weiß echt nicht, was das soll.“ Cassy nickte, doch in ihrem Blick lag nicht nur Verwirrung, sondern auch Furcht. Furcht vor dem, was passiert war. Und Furcht vor mir!

5.2.08 19:10


Wie betäubt ging ich wieder zu Cassy und Josi zurück. Ich nahm alle ihre Fragen wahr, doch ich konnte nicht darauf antworten. Meine Gedanken kreisten um die Geschichte meines Vaters. Immer wieder wiederholte mein Hirn seine verrückte Geschichte und die ernüchternden Tatsachen, die auf sie folgten. Endlich hatte ich die Kraft, diese Gedanken wegzuschieben. Und in dem Moment, da ich die Gesichter meiner kleinen Schwester und Cassy sah, wusste ich, was ich zu tun hatte. Meine Erstarrung löste sich und ich ging energisch auf unsere Bank zu. „Mina, was ist los?“ Ich steckte die Hand nach meiner Jacke aus. „Mina? Jetzt sag doch was!“ Ich nahm sie vom Hacken. „Mina?!? Würdest du bitte mit uns reden?“ Ich zog sie an. „Mina! Was hat Papa gesagt?“ Ich drehte mich um und blickte in das verheulte Gesicht meiner Schwester. Sofort bereute ich meine Schroffheit. „Papa…“, begann ich und suchte nach den richtigen Worten, „Papa ist im Moment nicht ganz bei sich. Er fantasiert. Er…“ Wieder waren mir die Worte ausgegangen. Hilfesuchend blickte ich Cassy an, doch die schüttelte nur missbilligend den Kopf. Ich seufzte. „Na gut. Weißt du, Josi, er hat mir eine verrückte Geschichte erzählt und ich halte es einfach nicht mehr hier drin aus. Ich… ich will einfach ein bisschen spazieren gehen.“ Ich hoffte, sie würde diese kleine Notlüge schlucken, doch sie stülpte die Unterlippe vor: „Ich komme mit.“ „Was?“ „Da wo du hingest, gehe ich auch hin. Ich will nicht mehr allein sein. Du bist im Moment meine einzige Familie.“, jammerte Josi und klammerte sich gleichzeitig an mein Bein. Ich versuchte, sie sanft von mir zu lösen. „Weißt du, das geht aber nicht. Vielleicht kann ja Cassy bei dir“ „Nein, das kann sie nicht“, fiel mir Cassy ins Wort, „Ich komme auch mit, ob’s dir gefällt oder nicht.“ Sie funkelte mich bei diesen Worten wütend an. „Außerdem,“, fügte sie zu mir gewand leise hinzu, „denke ich nicht, das du einfach nur „spazieren“ gehst.“ Ich seufzte theatralisch. „Nun gut, wenn ihr unbedingt wollt…“ Sie nickten beide entschlossen mit dem Kopf und rissen ihre Jacken von Hacken. Dann nahm Josi meine Hand und führte mich fröhlich lachend zur Tür.

Josi atmete leise in mein Ohr. Es waren nun schon mehrere Stunden vergangen, seit wir aus dem Krankenhaus aufgebrochen waren. Irgendwann, vor etwa einer Stunde setzte sich meine kleine Schwester einfach auf die Straße und meinte, sie könne nicht mehr. Seit diesem Zeitpunkt trug ich sie und meine Arme wurden schon schwer. Anscheinend waren meine Arme sehr gemütlich, auf jeden Fall schlief sie kurze Zeit später ein… Ich blickte zu Cassy, die mir einen mitleidsvollen Blick zu warf. „Ich würde sie dir ja gerne abnehmen, aber ich befürchte, dass sie dann aufwacht.“ Ich nickte und betrachtete den Himmel. Es dämmerte langsam, was bedeutete, dass es schon ziemlich spät war, immerhin hatten wir Mai. Neben der Straße, auf der wir liefen, waren Felder und Wiesen, aus denen der Nebel aufstieg. Eigentlich war es ein schöner Anblick, doch irgendwo in mir klingelten Alarmglocken. „Cassy, mir ist nicht ganz wohl. Ich denke, hier ist irgendwo was. Spürst du das auch?“ Sie nickte beklommen und schaute sich um. Auch ich war wachsamer geworden und traute mir kaum, laut zu atmen. Es lag etwas Gefährliches in der Luft… Keine 5 Minuten später sahen wir ein Licht  uns gegenüber auf der Straße. Vor Schreck blieben wir beide stehen, doch das Licht hielt weiter auf uns zu. Dann stoppte es in unserer Sichtweite und wir konnten 2 Personen erkennen. Eine Stimme eines Mädchens schallte zu uns herüber. „Schön, schön…“ Bei dem Klang dieser Stimme schien mein Blut zu gefrieren. Sie klang gehässig und gefährlich, doch war außerdem ein Klang von Belustigung zu hören. „Du hast also beschlossen wegzulaufen, Wilhelmine.“ „Woher kennst du meinen Namen?“, rief ich geschockt, doch das Mädchen ging nicht weiter darauf ein. „Es schien dir also die beste Lösung zu sein. Ich muss dir allerdings sagen, es war eine falsche Entscheidung“ Das Mädchen ging einige Schritte vorwärts und wir konnten sie nun besser sehn, doch immer noch nicht gut genug, um Einzelheiten zu erkennen. „Und du hast deine Freundin und deine kleine Schwester mitgebracht. Ein noch größerer Fehler, will ich vermuten.“ Bei jedem ihrer Worte ging sie ein paar Schritte vorwärts. „Ich meine, was soll das? Du lieferst sie uns praktisch auf Bestellung.“ Sie stand nun keine fünf Meter vor uns und ich betrachtete sie eingehend. Sie war etwas größer als ich und bestimmt ein, zwei Jahre älter. Sie hatte eine auch für diese Jahreszeit ungewöhnlich braune Haut. Entweder ging sie oft ins Solarium, oder ein Elternteil kam aus einem anderen Land. Ihre Haare waren dementsprechend dunkel und modisch kurz geschnitten. Ihre ebenfalls dunklen Augen fixierten mich mit einem berechnenden Blick. Was mich am meisten an ihr verwunderte, war ihre fast schwarze Kleidung. Sie kam noch einen Schritt vorwärts. „Liefer uns die Beiden aus, wenn du dir nicht noch mehr Kummer bereiten willst.“ Einen Moment lang war ich wie gelähmt. Dann drückte ich schnell Josi Cassy in die Arme und flüsterte: „Ich versuche sie abzulenken, hau du schnell mit Josi ab!“ Dann wandte ich mich wieder dem fremden Mädchen zu. „Was willst du von uns?“ Sie grinste: „Das gleiche, was ich vom Rest deiner Familie wollte. Und jetzt tritt zurück!“ Einen Moment lang war ich wieder wie gelähmt, doch dann stellte ich mich ihr mutig in den Weg. Ihre Augen verengten sich. „Was soll das? Du willst mir den Weg verstellen? Du willst etwas gegen mich ausrichten? Du, die einzige, die hier keine magischen Fähigkeiten hat, will die beiden beschützen?“ Sie lachte. Cassy und meine Schwester waren währenddessen hinter mir und auf ein Feld gegangen. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Woher wusste sie das? Woher wusste sie von Magie? Woher… Ihr schien die Geduld ausgegangen zu sein. „Geh mir aus dem Weg!“ „Nein“, ich hielt sie mit meinem gesunden Arm zurück. Das Mädchen zögerte kurz, dann machte ihr Arm eine schnelle Bewegung und in meinem linken Schultergelenk flammte ein stechender Schmerz auf. Ich ging in dir Knie, konnte kurze Zeit nur durch einen Schleier sehn und hörte doch das Gelächter des fremden Mädchens. Ich musste doch Cassy und Josi beschützen! Mit dem Mut der Verzweiflung streckte ich meine Hand aus und bekam den Knöchel des Mädchens zu fassen. Ich brachte sie zu Fall und richtete mich selbst schnell wieder auf. Einen Moment lang sah sie mich hasserfüllt von Boden her an und flüsterte dann mit einer Stimme, die mir Schweißtropfen auf die Stirn trieb: „Vielleicht habe ich dich doch unterschätzt. Nun gut, den Fehler werde ich nicht noch einmal machen!“ Mit einer erschreckenden Schnelligkeit erhob sie sich vom Boden. Ihre rechte Hand machte mehrere Kreisbewegungen über meinem Kopf und noch in derselben Sekunde drückte mir eine unsichtbare und starke Macht die Arme andDie Seiten und ich konnte sie nicht mehr bewegen. Dasselbe galt für meine Füße, die wie am Boden festzukleben schienen. Ich schaute das Mädchen an, das selbstgefällig lächelte. „Nun sie zu, wie du da raus kommst. Doch ich fürchte, du kannst nichts dagegen unternehmen. Dann werde ich jetzt Cassia und deine Schwester mitnehmen, ich hoffe doch, du hast nichts dagegen? Das wird eine kleine, aber sehr feine Familienzusammenführung. Wie ich solche Szenen immer liebe!“ Ihr Mund lächelte, doch ihre Augen blickten mich mit unverholenem Hass an. „Lass sie in Ruhe!“, schrie ich, als sie sich schon zum Gehen abgewannt hatte. Sie blickte nicht einmal zurück und rief über ihre Schulter: „Was willst du denn machen?“ Erst jetzt sah ich, dass Cassy und Josi vor einer unsichtbaren Wand zu stehen schienen. Das fremde Mädchen hatte sie schon fast erreicht, als Cassy sich vor meine kleine Schwester stellte und sie so zu schützen hoffte. Zu meinem Erstaunen redete sie mit dem Mädchen und Fetzen ihres Gespräches wehten zu mir rüber. „ Gib doch auf, Cassia. Du weißt, wie stark ich bin“ „Ja, das weiß ich, Dora“, erwiderte Cassy und selbst auf diese Entfernung konnte ich sehen, das ihr Gesicht schneeweiß war. Woher kannte sie nur den Namen des Mädchens?  „Doch ich werde es nicht zu lassen, dass du die Kleine mitnimmst“ Der Ton der Stimme von Dora veränderte sich bedrohlich. „Noch einmal werde ich es nicht zulassen, dass du dich uns in den Weg stellst. Also: Gib die Kleine her!“ „Nein!“ „Dann trag die Konsequenzen!“ Doras Arme schnellten vor und trafen Cassy an den Schultergelenken. Sie wurde plötzlich wie zu Stein und sackte dann wie eine Stoffpuppe in sich zusammen. Ich bäumte mich gegen meine unsichtbaren Fesseln auf und wannte mich wie ein Fisch. Ich schrie Cassy’s  Namen. Ich konnte es nicht fassen, was da grade geschehen war. Dann stand ich plötzlich ganz still. Dora war an Josi rangetreten und hatte ihre kleine Hand am Gelenkt gepackt und winkte damit. „Tschüss, Wilhelmine!“, säuselte sie mit schrecklich hoher Stimme. „Ich gehe jetzt mit der lieben Tante Dora mit. Soll ich unsere Geschwister von dir grüßen?“ Mit ihrer normalen Stimme lachte Dora laut und gehässig auf. Auf einmal wusste ich, wen ich da vor mir hatte: Die Verursacherin  all meines Leidens! Als Dora dann auch noch Josis anderen Arm schnappte und sie wegzuziehen begann, legte sich in mir ein Schalter um. Aus meinem Körper schossen zwei große Lichtkugeln genau auf Dora zu und trafen sie genau in der Mitte ihres Körpers. Ihr süffisantes Lächeln erstarb und sie ließ Josi los. Auf einmal konnte ich mich wieder bewegen und rannte auf sie zu. Dora stand noch, aber ihr Gesicht war vor Entsetzen verzogen. Ich begann zu schreien: „Wo sind meine Geschwister? Was hast du mit meinen Eltern gemacht? Warum hast du das meiner Familie angetan? Was hast du mit Cassy angestellt? Wer bist du und was wolltest du von Josi? Was hat das alles mit dieser alten Geschichte zu tun? Bring mich endlich zu meinen Geschwistern!“ Bei jedem neuen Satz stieß ich meine  rechte Hand vor und aus ihr zuckte ein Blitz und traf Dora. Ich selbst berührte sie nie, doch sie schien von meinem Angriff immer mehr geschwächt zu werden. Mittlerweile lag sie auf dem Boden vor mir und mir rannen die Tränen der Verzweiflung über die Wangen. Auf meiner Zunge brannten noch mehr Fragen, doch plötzlich schob sich eine Hand vor mein Gesicht. Eine kleine Lichtkugel verließ die Hand und traf meine Stirn. Augenblicklich erschlafften meine Arme und das Bild verschwomm vor meinen Augen. Ich wusste nicht einmal, wer mich da Schach matt gesetzt hatte, doch das hatte grade keine Bedeutung mehr. Ich fiel und unglaublich tiefe Schwärze…

2.9.07 14:09


die Wahrheit

Er lag aufgerichtet auf mehrere Kissen in seinem Bett und sah abwechselnd auf meine Mutter und auf die Tür. Sobald ich durch dir Tür trat, hellten sich seine besorgten Gesichtszüge auf. Ich trat an sein Bett und seine hand tastete nach meiner. Er lächelte: „Wilhelmine“ – „Vater“ In meinen Augen stiegen Tränen auf, doch ich blinzelte sie weg, dann sah ich ihn an. „Geht es dir nun besser?“ Schlagartig wurden seine Gesichtszüge ernst. „Wilhelmine, komm her. Ich muss die etwas Wichtiges erzählen und du musst mir versprechen, mir zuzuhören! Auch wenn dir das Ganze seltsam erscheinen mag, bitte, du musst mir glauben!“ Ich nickte wie eine Marionette und konnte nicht glauben, dass mein Vater mir in so einer Situation eine Geschichte erzählen wollte. Einen Moment lang schloss mein Vater die Augen, so als müsste er sich zum Erzählen überwinden. Doch als er sie wieder geöffnet hatte und sein Blick auf meine Mutter fiel, blitzten seine Augen kurz auf und er begann endlich zu erzählen:

„Magie gibt es nicht seit Anbeginn unserer Zeit. Sie wurde von einem einfachen Bauer in Ägypten entdeckt, als er sich gegen Römer, die sein Gut überfielen, verteidigen musste. Er konnte allein sein Gut mehrere Tage lang verteidigen, doch schlussendlich war seine Magie vollends aufgebraucht. Aus Rache brannten die Römer sein Gut mitsamt seiner Familie, die darin festgehalten wurde,  nieder. Doch ihn nahmen die Römer als Kriegsbeute mit und überreichten ihn ihrem Kaiser. Er wurde gehalten wie im Zoo, doch niemand hätte gedacht, dass der Ägypter unter den Sklaven noch andere Magiebegabte finden würde. Nach ein paar Jahren war ihre Gruppe sehr stark gewachsen und sie wagten den Aufstand. Die Römer hatten ihnen nichts entgegenzusetzen und so gelang er. Doch schon bald schickte der Kaiser der Gruppe eine größere und kräftigere Armee hinterher. Es kam zu einer schrecklichen Schlacht, bei der auf beiden Seiten mehr als die Hälfte der Leute fielen und am Ende waren sich die Magier der Sinnlosigkeit dieser Schlacht bewusst. Die ca. 20 Magier verteilten sich und gingen in verschiedenen Ländern in den Untergrund. Doch eine Hoffnung gab es für die Magier: Während der Zeit der Sklaverei und des Krieges hatten sich 3 Pärchen gefunden. Es war der Ägypter, der sich in eine ebenfalls ägyptische Sklavin verliebt hatte und junge Leute aus den nordischen Eroberungsgebieten. Aus diesen 3 Pärchen entwickelten sich 3 starke Magierfamilien, die zu jeder Zeit kraftvoll waren. Immer wieder fanden sich unter der normalen Bevölkerung Mensche, die ebenfalls Magie in sich trugen. So kam mit fast jeder Generation frisches Blut in die Familien. Auf der Höhe ihrer Kräfte waren die 3 Familien im 15. Jahrhundert mit ihren Oberhäuptern Wartan, Bikas und Gos. Doch dann erreichte die Pest das Gebiet, in dem die Familien lebten. Tausende von Menschen wurden von dieser Krankheit dahingerafft und auch die Familien blieben nicht verschont. Die Familie von Bikas hatte zwar die wenigsten Opfer zu beklagen, doch in ihrer Wut und Trauer um diese Opfer wurden ihre Sinne benebelt und sobald die Pest vorüber war, griffen sie die Familien von Gos und Wartan an. Gos wurde ihr erstes Opfer. Er fiel ohne etwas von der Schlacht zu wissen, denn er wurde aus dem Hinterhalt ermordet. Die Familie von Bikas lauerte ihm auf und löste mit ihrer Magie einen Erdrutsch aus, unter dem Gos begraben wurde. Seine Familie wollte ihm zu Hilfe eilen, doch auch sie wurden von der Übermacht von Bikas überrascht. In einem unfairen Kampf, indem die Erwachsenen von Bikas gegen die Frau und die älteren Kinder von Gos kämpften, wurden sie  fast gänzlich ausgerottet. Wartan wurde von den Kindern alarmiert und versuchte ebenfalls zu helfen. Seine Frau und seine älteren Kinder schlossen sich ebenfalls dem Feldzug an, doch ihr Wahnsinn hatte die Familie von Bikas sogar noch stärker gemacht. Am Ende stand nur noch Wartan der gesamten feindlichen Familie gegenüber. Seine Lage war aussichtslos, doch er musste weiterkämpfen. Als er gänzlich magisch ausgeschöpft war, wurde auch er von Bikas ausgelöscht. Doch statt sich seines Sieges zu freuen, wandte sich der nun gänzlich wahnsinnige Bikas gegen seine eigene Familie. Erst als auch seine Magie erschöpft war, konnte er von seinen Kindern besiegt werden. Natürlich musste auch er sterben und angesichts des Wahnsinns, den ihr Vater angerichtet hatte, erwachten seine Kinder endlich aus ihrer Starre und töteten ihren Vater, auch wenn es ihnen sehr schwer fiel. Einige Augenblicke nachdem Bikas getötet worden war, traten plötzlich alle Kinder von Gos und Wartan auf das Schlachtfeld. Die Kinder - die meisten waren noch zu klein, um in die Schlacht zu ziehen, bzw. zurückgehalten von ihren Schwestern, die für sie verantwortlich waren  – schworen, dass sich diese Geschichte nie wieder wiederholen durfte. Sie zerstreuten sich in alle Richtungen. Geschwister trennten sich und manche schworen ihrer Magie sogar ganz ab. Doch die verbleibenden älteren Geschwister lehrten ihren kleinen Geschwistern Magie und erzählten sich die Geschichte von Wartan, Gos und Bikas immer und immer wieder. So konnte sie bis in die heutige Zeit erhalten werden…“

Ich sah meinen Vater ungläubig an. Was sollte das? Wie konnte er mir so ein Märchen erzählen? Dafür war ich doch eindeutig zu alt! Ich konnte nicht anders als zu denken, die Krankheit hätte seine Gedanken vernebelt. Ich wandte den Blick ab und sah zu meiner Mutter. Ich schnaubte. Gos. Was war das denn für ein Name? Genauso wie Bikas und Wartan. Doch in diesem Moment stutzte ich. Wartan kam mir bekannt vor, doch woher? In diesem Moment erkannte ich die Wahrheit und sah wendete meinem Vater mein ungläubiges Gesicht zu. „Ja, du hast es herausgefunden. Besonders schwer war es nicht. Auch wir sind Nachfahren von den Magiern.“, er lächelte, „Unser Nachname sagt es ganz deutlich: Wartanhall“ Ich fiel ihm ins Wort: "Aber warum hast du mir diese Geschichte – unsere Geschichte - nie vorher erzählt?" Die Wahrheit war erschütternd: „Weil es nicht deine Geschichte ist. Es ist unsere. Die deiner Geschwister und deiner Eltern. Wir wissen von fast allen deinen Geschwistern, dass sie magisch begabt sind. Nur deinekleinste Schwester ist noch zu klein, um das festzustellen. Doch du…“, er machte eine Pause und seufzte. Dann sah er mir ins Gesicht. „Du bist nicht magisch begabt, Wilhelmine. Du bist ein gewöhnlicher Mensch. Du kannst uns in dieser Schlacht nicht helfen.“

Wie konnte er mir das antun? Mir erst diese fantastische Geschichte von Magie erzählen, mir sagen, dass meine Familie ein direkter Nachfahre von Wartan ist und mich dann ins Bodenlose stürzen. Ich bin nicht magisch begabt. Ich habe keine Magie in mir. Tränen stiegen in meine Augen. Mit Mühe versuchte ich sie zu unterdrücken und fragte mit schwankender Stimme: „ In der Schlacht? Gehörten diese beiden Personen, die euch angegriffen haben, etwa auch zu euch… Magiern?“ Vater nickte. „Ja. Und sie haben deine Geschwister.“ - "Was wollten sie von euch?“ Vater sah bedrückt aus. „ Ich weiß es nicht. Vielleicht soll sich die alte Geschichte wiederholen“ Dieser Gedanke schien ihn so aufzuregen, dass plötzlich alle Geräte anfingen zu piepsen. Ich sah ihn entsetzt an und fragte mit einem Mal: „Was soll ich tun?“ Er sah mich bedauernd an. „Versuche deine Geschwister zu finden. Sonst kannst du nichts tun. Du bist nicht magisch begabt, Wilhelmine.“ Mit einem Mal kamen Ärzte uns Schwestern in das Zimmer gestürzt. Sie drängten sich um Vaters Bett. Doch niemand bemerkte das Mädchen, das sich mit versteinertem Blick aus dem Zimmer schlich. Niemand bemerkte mich. Ein letztes Mal sah ich durch das Fenster des Zimmers. Ich konnte meinen Vater nicht erkennen, alle drängten sich um ihn. Ein Schluchzer drang aus meiner Kehle und die Tränen liefen meine Wangen herunter. Noch nie hatte ich mich so allein gefühlt…

Mina

4.7.07 18:40


alles wird wieder gut... hoffentlich

Meine Eltern waren immer noch nicht aufgewacht. Niemand wollte mir die Hoffnung nehmen, doch es war ziemlich unwahrscheinlich, dass sie wieder aufwachen würden. Ich saß niedergeschlagen auf dem Gang vor dem Zimmer meiner Eltern. Monoton piepten die Geräte, die die ganze Zeit Daten aufzeichneten. Plötzlich durchriss ein Ruf die Stille: „Mina!“ Überrascht schaute ich in die Richtung, aus der der Ruf zu kommen schien und wollte meinen Augen nicht trauen. Da stand Cassy übers ganze Gesicht strahlend und an der Hand hielt sie meine kleine Schwester Josi. Vor Glück bekam ich keinen Ton mehr raus. Josi lief auf mich zu und ich fing sie auf und wirbelte sie eine Weile in der Luft herum. Dann hielt ich sie einfach nur an mich gedrückt. Ich wusste nicht, wie lange ich sie schon so hielt, doch irgendwann ertönte Josi’s Stimme: „Mina, könntest du mich wieder loslassen?“ Ich lachte verlegen und ließ sie los. Sofort nahm Josi meine Hand. “Guck mal, Cassy hat mich…“ „Glaub ihr ja nicht!“, unterbrach Cassy meine kleine Schwester und kniete sich nieder um Josi das Haar zu streicheln, „Sie will allen Leuten klarmachen, dass ich sie aus den Klauen von fürchterlichen Monstern gerettet hätte, dabei hab ich sie einfach nur ein paar Straßen vor eurem Haus aufgelesen. Sie hatte sich verirrt und ich wollte sie gleich zu dir bringen.“ Ich stürzte vor und umarmte Cassy stürmisch. „Danke, danke, danke! Ich weiß gar nicht, wie ich dir danken soll! Du hast mir meine kleine Schwester wiedergebracht! Egal, wie du das gemacht hast, ich werde dir für ewig dankbar sein!“ Cassy befreite sich lachend aus meiner Umarmung. „Lass das. Ich würde mich einfach nur freuen, wenn du mich als Freundin annimmst.“ Mein Grinsen schien ihr Antwort genug zu sein, denn sie grinste in derselben Art zurück.

Doch plötzlich zerriss ein Ruf die freudige Stimmung. Eine Schwester kam ganz außer Atem an. Sie keuchte: „Mina, dein Vater ist aufgewacht und ansprechbar. Sobald er wusste, dass du hier bist, wollte er sofort mit dir reden! Nun lauf doch schon!“ Ich sah Cassy an. „Kannst du noch einmal auf Josi aufpassen? Sie schein dich ja zu mögen.“ Sie nickte und ich rannte mit der Schwester zum Zimmer meiner Eltern. Bevor sie die Tür öffnete, schaute mich die Schwester noch einmal an. „Ist das deine jüngste Schwester?“, fragte sie. „Ja“, antwortete ich, „Vater wird sich freuen, zu hören, dass sie hier ist.“ Ich wartete die Reaktion der Schwester gar nicht erst ab, sondern ging in das Zimmer meines Vaters.

Mina

16.6.07 10:40


Cassy

Ich hatte es gar nicht bemerkt, dass ich vor dem Zimmer meiner Eltern eingeschlafen war. Am Morgen wachte ich im Kittel der Intensivstation und eingerollt auf einem Sitz auf. Ich wunderte mich, dass mich niemand weggescheucht hatte, doch mittlerweile schien ich so was wie eine Berühmtheit zu sein. Ich hatte keine Ahnung, wie die Sache an die Öffentlichkeit gelangt war, jedoch fand ich das Schicksal meiner Familie am Morgen in fast jeder Zeitung. Viele stellten es als Drama hin, als Tragödie und Unfassbarkeit. Bilder von mir und meiner Familie wurden abgedruckt und untertitelt mit „Das Mädchen, das als einzige überlebte“ „Warum hat man das ihrer Familie angetan?“ und „Vater und Mutter im Koma und alle 4 Geschwister verschwunden - wie wird sie mit dem Schmerz klarkommen?“. Na danke. Auf solchen Ruhm hätte ich verzichten können. Nur, wie kamen diese Informationen an die Öffentlichkeit? Nach meinem Gespräch mit der Polizei hatte ich doch mit niemanden geredet? Das seltsamste an diesem Tag jedoch geschah, als ich gerade im Zimmer meiner Eltern war. Ihr Zustand hatte sich immer noch nicht verbessert, aber auch nicht verschlechtert. Er war unverändert. Einer Schwester kam herein und fragte, ob ich ein Mädchen empfangen würde. Sie hätte heute vor dem Krankenhaus gestanden und nach mir gefragt. Ich schüttelte sichtlich verwirrt den Kopf. Wer konnte das nur sein? Als das Mädchen dann kam, als ich die kinnlangen blonden Haare und die kleine Statur sah, erkannte ich sie wieder: Es war das neue Mädchen aus meiner Klasse. Und auch ihr Name fiel mir wieder ein: Cassia. Allerdings wollte sie nur Cassy genannt werden. Ich blickte sie erstaunt an: “ Was machst du hier?“ Sie lächelte scheu. “Ich hab gehört was passiert ist. Die Sache tut mir sehr leid. Ich wollte dir helfen…“ Ich schnaubte: „Ach, dir tut die Sache leid und du willst mir helfen? Und wie willst du das anstellen?“ „Na ja, ich dachte ich könnte vielleicht Besorgungen für dich machen oder so. Du willst hier sicher nicht weggehen, oder?“ Ich blickte sie erstaunt an. Was sie sagte, klang sogar ganz vernünftig. Und doch… ich wusste nicht ganz, ob ich ihr trauen konnte. Ich schüttelte den Kopf. „Tut mir leid, Cassy. Aber im Moment weiß ich gar nicht mehr, wem ich trauen kann, geschweige denn, was du für mich holen könntest. Tut mir leid. Lass… lass mich einfach heute noch allein, OK?“ Sie lächelte wieder und ihre blauen Augen blitzen dabei. „OK, mach ich. Tut mir ebenfalls leid, dass ich dich so überrumpelt hab. Aber weißt du, ich kann dich verstehen!“ Dann drehte sie sich um und ging. Ich blickte ihr lange Zeit nach und verstand dieses seltsame Mädchen nicht. Doch irgendwie war sie mir sympathisch… auf einmal.

Mina

8.6.07 20:09


Kann mir mal jemand erklären, was mit meinem Leben los ist?

Heute saßen wir beim Abendbrot, als es plötzlich an der Tür klopfte. Mein Vater sah mich an und forderte mich auf, die Tür zu öffnen. Ich verdrehte die Augen, ging aber zur Tür. Kaum hatte ich sie geöffnet, kamen zwei Schatten hereingestürzt. Mich trafen Schläge am Kinn, an der Wage, Nase und Schläfe. Plötzlich wurde ich besonders hart an der Schulter getroffen. Irgendwas knackte in mir und ich fiel nach hinten und spürte, wie etwas unter meinem Gewicht zersplitterte. Der Schmerz von vielen kleinen Verletzungen schoss durch mein Gehirn und ich irgendetwas Warmes lief von meiner Nase aus über mein Gesicht. Ich wollte aufstehen, doch plötzlich wurde alles schwarz um mich. Als letztes bekam ich grade so noch mit, wie die Schatten in unser Esszimmer rannten… doch ich konnte meine Familie nicht mehr warnen.

In meinen Ohren brummte es, meine Schulter schmerzte fürchterlich und irgendwo auf meinem Kopf pochte ein Muskel. Langsam kehrten alle meine Sinne zurück. Ich fröstelte. Warum war es nur so kalt um mich herum. Ich schlug die Augen auf. Meine Augen nahmen in der Dunkelheit viele Schatten wahr. Ich wartete einen Moment, dann sah ich alles klar. Ich lag im Korridor. Warum war ich hier. Und warum war das Licht aus? Ich blickte nach oben und erkannte unsere Lampe, die jedoch völlig kaputt war. Dann fiel mir alles wieder ein. Ich schreckte hoch und bemerkte erst jetzt, dass ich in den Trümmern unseres Schränkchens lag. Um mich verstreut waren Schuhcremes und dergleichen. Ich wankte ins Esszimmer und wäre am liebsten sofort wieder raus gerannt. Die Einrichtung des Zimmers war vollkommen zerstört, nur noch der große Esstisch war  ganz. Und im Zimmer lagen meine Eltern. Sie waren anscheinend schwer verletzt und rührten sich nicht. Ich muss wohl einige Minuten regungslos in der Tür gestanden haben, doch endlich riss ich mich aus meiner Starre, rannte durch das ganze Haus, um meine Geschwister zu suchen. Doch ich konnte sie nicht finden. Noch einmal erstarrte ich. Mein Gehirn arbeitete fieberhaft. Dann endlich rannte ich in mein Zimmer, holte mein Handy und rief die Polizei samt Krankenwagen. Sobald der Krankenwagen da war, wurden meine Eltern versorgt und auch ich wurde gleich mitgenommen, zum einen, da sie meine Wunden noch einmal in Ruhe untersuchen wollten, zum anderen, da ich der Polizei später in Ruhe den Vorfall erklären sollte.

Im Krankenhaus sah ich zum ersten Mal seit dem Vorfall in einen Spiegel und hätte bei meinem Anblick fast laut aufgelacht. Mein Kinn war blau und meine Nase fast doppelt so groß wie normal und an meinem rechten Arm waren kleine Stiche von den Trümmern des Schränkchens. Mein linker Arm steckte in einer Schlinge. Die Angreifer hatten es tatsächlich geschafft, ihn auszukugeln. Die Ärzte hatten mich schon geragt, wie ich es solang mit dem Arm ausgehalten hätte.  Doch meinen Eltern ging es noch schlimmer. Sie lagen auf der Intensivstation und waren immer noch nicht aufgewacht. Niemand wusste wirklich, was mit ihnen los war. Ich hatte das Gefühl, dass es sehr schlecht um sie stand…

...Mina

29.5.07 17:59





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