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die Wahrheit

Er lag aufgerichtet auf mehrere Kissen in seinem Bett und sah abwechselnd auf meine Mutter und auf die Tür. Sobald ich durch dir Tür trat, hellten sich seine besorgten Gesichtszüge auf. Ich trat an sein Bett und seine hand tastete nach meiner. Er lächelte: „Wilhelmine“ – „Vater“ In meinen Augen stiegen Tränen auf, doch ich blinzelte sie weg, dann sah ich ihn an. „Geht es dir nun besser?“ Schlagartig wurden seine Gesichtszüge ernst. „Wilhelmine, komm her. Ich muss die etwas Wichtiges erzählen und du musst mir versprechen, mir zuzuhören! Auch wenn dir das Ganze seltsam erscheinen mag, bitte, du musst mir glauben!“ Ich nickte wie eine Marionette und konnte nicht glauben, dass mein Vater mir in so einer Situation eine Geschichte erzählen wollte. Einen Moment lang schloss mein Vater die Augen, so als müsste er sich zum Erzählen überwinden. Doch als er sie wieder geöffnet hatte und sein Blick auf meine Mutter fiel, blitzten seine Augen kurz auf und er begann endlich zu erzählen:

„Magie gibt es nicht seit Anbeginn unserer Zeit. Sie wurde von einem einfachen Bauer in Ägypten entdeckt, als er sich gegen Römer, die sein Gut überfielen, verteidigen musste. Er konnte allein sein Gut mehrere Tage lang verteidigen, doch schlussendlich war seine Magie vollends aufgebraucht. Aus Rache brannten die Römer sein Gut mitsamt seiner Familie, die darin festgehalten wurde,  nieder. Doch ihn nahmen die Römer als Kriegsbeute mit und überreichten ihn ihrem Kaiser. Er wurde gehalten wie im Zoo, doch niemand hätte gedacht, dass der Ägypter unter den Sklaven noch andere Magiebegabte finden würde. Nach ein paar Jahren war ihre Gruppe sehr stark gewachsen und sie wagten den Aufstand. Die Römer hatten ihnen nichts entgegenzusetzen und so gelang er. Doch schon bald schickte der Kaiser der Gruppe eine größere und kräftigere Armee hinterher. Es kam zu einer schrecklichen Schlacht, bei der auf beiden Seiten mehr als die Hälfte der Leute fielen und am Ende waren sich die Magier der Sinnlosigkeit dieser Schlacht bewusst. Die ca. 20 Magier verteilten sich und gingen in verschiedenen Ländern in den Untergrund. Doch eine Hoffnung gab es für die Magier: Während der Zeit der Sklaverei und des Krieges hatten sich 3 Pärchen gefunden. Es war der Ägypter, der sich in eine ebenfalls ägyptische Sklavin verliebt hatte und junge Leute aus den nordischen Eroberungsgebieten. Aus diesen 3 Pärchen entwickelten sich 3 starke Magierfamilien, die zu jeder Zeit kraftvoll waren. Immer wieder fanden sich unter der normalen Bevölkerung Mensche, die ebenfalls Magie in sich trugen. So kam mit fast jeder Generation frisches Blut in die Familien. Auf der Höhe ihrer Kräfte waren die 3 Familien im 15. Jahrhundert mit ihren Oberhäuptern Wartan, Bikas und Gos. Doch dann erreichte die Pest das Gebiet, in dem die Familien lebten. Tausende von Menschen wurden von dieser Krankheit dahingerafft und auch die Familien blieben nicht verschont. Die Familie von Bikas hatte zwar die wenigsten Opfer zu beklagen, doch in ihrer Wut und Trauer um diese Opfer wurden ihre Sinne benebelt und sobald die Pest vorüber war, griffen sie die Familien von Gos und Wartan an. Gos wurde ihr erstes Opfer. Er fiel ohne etwas von der Schlacht zu wissen, denn er wurde aus dem Hinterhalt ermordet. Die Familie von Bikas lauerte ihm auf und löste mit ihrer Magie einen Erdrutsch aus, unter dem Gos begraben wurde. Seine Familie wollte ihm zu Hilfe eilen, doch auch sie wurden von der Übermacht von Bikas überrascht. In einem unfairen Kampf, indem die Erwachsenen von Bikas gegen die Frau und die älteren Kinder von Gos kämpften, wurden sie  fast gänzlich ausgerottet. Wartan wurde von den Kindern alarmiert und versuchte ebenfalls zu helfen. Seine Frau und seine älteren Kinder schlossen sich ebenfalls dem Feldzug an, doch ihr Wahnsinn hatte die Familie von Bikas sogar noch stärker gemacht. Am Ende stand nur noch Wartan der gesamten feindlichen Familie gegenüber. Seine Lage war aussichtslos, doch er musste weiterkämpfen. Als er gänzlich magisch ausgeschöpft war, wurde auch er von Bikas ausgelöscht. Doch statt sich seines Sieges zu freuen, wandte sich der nun gänzlich wahnsinnige Bikas gegen seine eigene Familie. Erst als auch seine Magie erschöpft war, konnte er von seinen Kindern besiegt werden. Natürlich musste auch er sterben und angesichts des Wahnsinns, den ihr Vater angerichtet hatte, erwachten seine Kinder endlich aus ihrer Starre und töteten ihren Vater, auch wenn es ihnen sehr schwer fiel. Einige Augenblicke nachdem Bikas getötet worden war, traten plötzlich alle Kinder von Gos und Wartan auf das Schlachtfeld. Die Kinder - die meisten waren noch zu klein, um in die Schlacht zu ziehen, bzw. zurückgehalten von ihren Schwestern, die für sie verantwortlich waren  – schworen, dass sich diese Geschichte nie wieder wiederholen durfte. Sie zerstreuten sich in alle Richtungen. Geschwister trennten sich und manche schworen ihrer Magie sogar ganz ab. Doch die verbleibenden älteren Geschwister lehrten ihren kleinen Geschwistern Magie und erzählten sich die Geschichte von Wartan, Gos und Bikas immer und immer wieder. So konnte sie bis in die heutige Zeit erhalten werden…“

Ich sah meinen Vater ungläubig an. Was sollte das? Wie konnte er mir so ein Märchen erzählen? Dafür war ich doch eindeutig zu alt! Ich konnte nicht anders als zu denken, die Krankheit hätte seine Gedanken vernebelt. Ich wandte den Blick ab und sah zu meiner Mutter. Ich schnaubte. Gos. Was war das denn für ein Name? Genauso wie Bikas und Wartan. Doch in diesem Moment stutzte ich. Wartan kam mir bekannt vor, doch woher? In diesem Moment erkannte ich die Wahrheit und sah wendete meinem Vater mein ungläubiges Gesicht zu. „Ja, du hast es herausgefunden. Besonders schwer war es nicht. Auch wir sind Nachfahren von den Magiern.“, er lächelte, „Unser Nachname sagt es ganz deutlich: Wartanhall“ Ich fiel ihm ins Wort: "Aber warum hast du mir diese Geschichte – unsere Geschichte - nie vorher erzählt?" Die Wahrheit war erschütternd: „Weil es nicht deine Geschichte ist. Es ist unsere. Die deiner Geschwister und deiner Eltern. Wir wissen von fast allen deinen Geschwistern, dass sie magisch begabt sind. Nur deinekleinste Schwester ist noch zu klein, um das festzustellen. Doch du…“, er machte eine Pause und seufzte. Dann sah er mir ins Gesicht. „Du bist nicht magisch begabt, Wilhelmine. Du bist ein gewöhnlicher Mensch. Du kannst uns in dieser Schlacht nicht helfen.“

Wie konnte er mir das antun? Mir erst diese fantastische Geschichte von Magie erzählen, mir sagen, dass meine Familie ein direkter Nachfahre von Wartan ist und mich dann ins Bodenlose stürzen. Ich bin nicht magisch begabt. Ich habe keine Magie in mir. Tränen stiegen in meine Augen. Mit Mühe versuchte ich sie zu unterdrücken und fragte mit schwankender Stimme: „ In der Schlacht? Gehörten diese beiden Personen, die euch angegriffen haben, etwa auch zu euch… Magiern?“ Vater nickte. „Ja. Und sie haben deine Geschwister.“ - "Was wollten sie von euch?“ Vater sah bedrückt aus. „ Ich weiß es nicht. Vielleicht soll sich die alte Geschichte wiederholen“ Dieser Gedanke schien ihn so aufzuregen, dass plötzlich alle Geräte anfingen zu piepsen. Ich sah ihn entsetzt an und fragte mit einem Mal: „Was soll ich tun?“ Er sah mich bedauernd an. „Versuche deine Geschwister zu finden. Sonst kannst du nichts tun. Du bist nicht magisch begabt, Wilhelmine.“ Mit einem Mal kamen Ärzte uns Schwestern in das Zimmer gestürzt. Sie drängten sich um Vaters Bett. Doch niemand bemerkte das Mädchen, das sich mit versteinertem Blick aus dem Zimmer schlich. Niemand bemerkte mich. Ein letztes Mal sah ich durch das Fenster des Zimmers. Ich konnte meinen Vater nicht erkennen, alle drängten sich um ihn. Ein Schluchzer drang aus meiner Kehle und die Tränen liefen meine Wangen herunter. Noch nie hatte ich mich so allein gefühlt…

Mina

4.7.07 18:40
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


annaly / Website (5.7.07 16:13)
Aber hallo!!! Wo hast du nur diese Ideen her??
Weiter so! Hoffentlich wirds irgendwann mal ein Buch!
LG
anna

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