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Cassy

Ich hatte es gar nicht bemerkt, dass ich vor dem Zimmer meiner Eltern eingeschlafen war. Am Morgen wachte ich im Kittel der Intensivstation und eingerollt auf einem Sitz auf. Ich wunderte mich, dass mich niemand weggescheucht hatte, doch mittlerweile schien ich so was wie eine Berühmtheit zu sein. Ich hatte keine Ahnung, wie die Sache an die Öffentlichkeit gelangt war, jedoch fand ich das Schicksal meiner Familie am Morgen in fast jeder Zeitung. Viele stellten es als Drama hin, als Tragödie und Unfassbarkeit. Bilder von mir und meiner Familie wurden abgedruckt und untertitelt mit „Das Mädchen, das als einzige überlebte“ „Warum hat man das ihrer Familie angetan?“ und „Vater und Mutter im Koma und alle 4 Geschwister verschwunden - wie wird sie mit dem Schmerz klarkommen?“. Na danke. Auf solchen Ruhm hätte ich verzichten können. Nur, wie kamen diese Informationen an die Öffentlichkeit? Nach meinem Gespräch mit der Polizei hatte ich doch mit niemanden geredet? Das seltsamste an diesem Tag jedoch geschah, als ich gerade im Zimmer meiner Eltern war. Ihr Zustand hatte sich immer noch nicht verbessert, aber auch nicht verschlechtert. Er war unverändert. Einer Schwester kam herein und fragte, ob ich ein Mädchen empfangen würde. Sie hätte heute vor dem Krankenhaus gestanden und nach mir gefragt. Ich schüttelte sichtlich verwirrt den Kopf. Wer konnte das nur sein? Als das Mädchen dann kam, als ich die kinnlangen blonden Haare und die kleine Statur sah, erkannte ich sie wieder: Es war das neue Mädchen aus meiner Klasse. Und auch ihr Name fiel mir wieder ein: Cassia. Allerdings wollte sie nur Cassy genannt werden. Ich blickte sie erstaunt an: “ Was machst du hier?“ Sie lächelte scheu. “Ich hab gehört was passiert ist. Die Sache tut mir sehr leid. Ich wollte dir helfen…“ Ich schnaubte: „Ach, dir tut die Sache leid und du willst mir helfen? Und wie willst du das anstellen?“ „Na ja, ich dachte ich könnte vielleicht Besorgungen für dich machen oder so. Du willst hier sicher nicht weggehen, oder?“ Ich blickte sie erstaunt an. Was sie sagte, klang sogar ganz vernünftig. Und doch… ich wusste nicht ganz, ob ich ihr trauen konnte. Ich schüttelte den Kopf. „Tut mir leid, Cassy. Aber im Moment weiß ich gar nicht mehr, wem ich trauen kann, geschweige denn, was du für mich holen könntest. Tut mir leid. Lass… lass mich einfach heute noch allein, OK?“ Sie lächelte wieder und ihre blauen Augen blitzen dabei. „OK, mach ich. Tut mir ebenfalls leid, dass ich dich so überrumpelt hab. Aber weißt du, ich kann dich verstehen!“ Dann drehte sie sich um und ging. Ich blickte ihr lange Zeit nach und verstand dieses seltsame Mädchen nicht. Doch irgendwie war sie mir sympathisch… auf einmal.

Mina

8.6.07 20:09
 


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