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Wie betäubt ging ich wieder zu Cassy und Josi zurück. Ich nahm alle ihre Fragen wahr, doch ich konnte nicht darauf antworten. Meine Gedanken kreisten um die Geschichte meines Vaters. Immer wieder wiederholte mein Hirn seine verrückte Geschichte und die ernüchternden Tatsachen, die auf sie folgten. Endlich hatte ich die Kraft, diese Gedanken wegzuschieben. Und in dem Moment, da ich die Gesichter meiner kleinen Schwester und Cassy sah, wusste ich, was ich zu tun hatte. Meine Erstarrung löste sich und ich ging energisch auf unsere Bank zu. „Mina, was ist los?“ Ich steckte die Hand nach meiner Jacke aus. „Mina? Jetzt sag doch was!“ Ich nahm sie vom Hacken. „Mina?!? Würdest du bitte mit uns reden?“ Ich zog sie an. „Mina! Was hat Papa gesagt?“ Ich drehte mich um und blickte in das verheulte Gesicht meiner Schwester. Sofort bereute ich meine Schroffheit. „Papa…“, begann ich und suchte nach den richtigen Worten, „Papa ist im Moment nicht ganz bei sich. Er fantasiert. Er…“ Wieder waren mir die Worte ausgegangen. Hilfesuchend blickte ich Cassy an, doch die schüttelte nur missbilligend den Kopf. Ich seufzte. „Na gut. Weißt du, Josi, er hat mir eine verrückte Geschichte erzählt und ich halte es einfach nicht mehr hier drin aus. Ich… ich will einfach ein bisschen spazieren gehen.“ Ich hoffte, sie würde diese kleine Notlüge schlucken, doch sie stülpte die Unterlippe vor: „Ich komme mit.“ „Was?“ „Da wo du hingest, gehe ich auch hin. Ich will nicht mehr allein sein. Du bist im Moment meine einzige Familie.“, jammerte Josi und klammerte sich gleichzeitig an mein Bein. Ich versuchte, sie sanft von mir zu lösen. „Weißt du, das geht aber nicht. Vielleicht kann ja Cassy bei dir“ „Nein, das kann sie nicht“, fiel mir Cassy ins Wort, „Ich komme auch mit, ob’s dir gefällt oder nicht.“ Sie funkelte mich bei diesen Worten wütend an. „Außerdem,“, fügte sie zu mir gewand leise hinzu, „denke ich nicht, das du einfach nur „spazieren“ gehst.“ Ich seufzte theatralisch. „Nun gut, wenn ihr unbedingt wollt…“ Sie nickten beide entschlossen mit dem Kopf und rissen ihre Jacken von Hacken. Dann nahm Josi meine Hand und führte mich fröhlich lachend zur Tür.

Josi atmete leise in mein Ohr. Es waren nun schon mehrere Stunden vergangen, seit wir aus dem Krankenhaus aufgebrochen waren. Irgendwann, vor etwa einer Stunde setzte sich meine kleine Schwester einfach auf die Straße und meinte, sie könne nicht mehr. Seit diesem Zeitpunkt trug ich sie und meine Arme wurden schon schwer. Anscheinend waren meine Arme sehr gemütlich, auf jeden Fall schlief sie kurze Zeit später ein… Ich blickte zu Cassy, die mir einen mitleidsvollen Blick zu warf. „Ich würde sie dir ja gerne abnehmen, aber ich befürchte, dass sie dann aufwacht.“ Ich nickte und betrachtete den Himmel. Es dämmerte langsam, was bedeutete, dass es schon ziemlich spät war, immerhin hatten wir Mai. Neben der Straße, auf der wir liefen, waren Felder und Wiesen, aus denen der Nebel aufstieg. Eigentlich war es ein schöner Anblick, doch irgendwo in mir klingelten Alarmglocken. „Cassy, mir ist nicht ganz wohl. Ich denke, hier ist irgendwo was. Spürst du das auch?“ Sie nickte beklommen und schaute sich um. Auch ich war wachsamer geworden und traute mir kaum, laut zu atmen. Es lag etwas Gefährliches in der Luft… Keine 5 Minuten später sahen wir ein Licht  uns gegenüber auf der Straße. Vor Schreck blieben wir beide stehen, doch das Licht hielt weiter auf uns zu. Dann stoppte es in unserer Sichtweite und wir konnten 2 Personen erkennen. Eine Stimme eines Mädchens schallte zu uns herüber. „Schön, schön…“ Bei dem Klang dieser Stimme schien mein Blut zu gefrieren. Sie klang gehässig und gefährlich, doch war außerdem ein Klang von Belustigung zu hören. „Du hast also beschlossen wegzulaufen, Wilhelmine.“ „Woher kennst du meinen Namen?“, rief ich geschockt, doch das Mädchen ging nicht weiter darauf ein. „Es schien dir also die beste Lösung zu sein. Ich muss dir allerdings sagen, es war eine falsche Entscheidung“ Das Mädchen ging einige Schritte vorwärts und wir konnten sie nun besser sehn, doch immer noch nicht gut genug, um Einzelheiten zu erkennen. „Und du hast deine Freundin und deine kleine Schwester mitgebracht. Ein noch größerer Fehler, will ich vermuten.“ Bei jedem ihrer Worte ging sie ein paar Schritte vorwärts. „Ich meine, was soll das? Du lieferst sie uns praktisch auf Bestellung.“ Sie stand nun keine fünf Meter vor uns und ich betrachtete sie eingehend. Sie war etwas größer als ich und bestimmt ein, zwei Jahre älter. Sie hatte eine auch für diese Jahreszeit ungewöhnlich braune Haut. Entweder ging sie oft ins Solarium, oder ein Elternteil kam aus einem anderen Land. Ihre Haare waren dementsprechend dunkel und modisch kurz geschnitten. Ihre ebenfalls dunklen Augen fixierten mich mit einem berechnenden Blick. Was mich am meisten an ihr verwunderte, war ihre fast schwarze Kleidung. Sie kam noch einen Schritt vorwärts. „Liefer uns die Beiden aus, wenn du dir nicht noch mehr Kummer bereiten willst.“ Einen Moment lang war ich wie gelähmt. Dann drückte ich schnell Josi Cassy in die Arme und flüsterte: „Ich versuche sie abzulenken, hau du schnell mit Josi ab!“ Dann wandte ich mich wieder dem fremden Mädchen zu. „Was willst du von uns?“ Sie grinste: „Das gleiche, was ich vom Rest deiner Familie wollte. Und jetzt tritt zurück!“ Einen Moment lang war ich wieder wie gelähmt, doch dann stellte ich mich ihr mutig in den Weg. Ihre Augen verengten sich. „Was soll das? Du willst mir den Weg verstellen? Du willst etwas gegen mich ausrichten? Du, die einzige, die hier keine magischen Fähigkeiten hat, will die beiden beschützen?“ Sie lachte. Cassy und meine Schwester waren währenddessen hinter mir und auf ein Feld gegangen. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Woher wusste sie das? Woher wusste sie von Magie? Woher… Ihr schien die Geduld ausgegangen zu sein. „Geh mir aus dem Weg!“ „Nein“, ich hielt sie mit meinem gesunden Arm zurück. Das Mädchen zögerte kurz, dann machte ihr Arm eine schnelle Bewegung und in meinem linken Schultergelenk flammte ein stechender Schmerz auf. Ich ging in dir Knie, konnte kurze Zeit nur durch einen Schleier sehn und hörte doch das Gelächter des fremden Mädchens. Ich musste doch Cassy und Josi beschützen! Mit dem Mut der Verzweiflung streckte ich meine Hand aus und bekam den Knöchel des Mädchens zu fassen. Ich brachte sie zu Fall und richtete mich selbst schnell wieder auf. Einen Moment lang sah sie mich hasserfüllt von Boden her an und flüsterte dann mit einer Stimme, die mir Schweißtropfen auf die Stirn trieb: „Vielleicht habe ich dich doch unterschätzt. Nun gut, den Fehler werde ich nicht noch einmal machen!“ Mit einer erschreckenden Schnelligkeit erhob sie sich vom Boden. Ihre rechte Hand machte mehrere Kreisbewegungen über meinem Kopf und noch in derselben Sekunde drückte mir eine unsichtbare und starke Macht die Arme andDie Seiten und ich konnte sie nicht mehr bewegen. Dasselbe galt für meine Füße, die wie am Boden festzukleben schienen. Ich schaute das Mädchen an, das selbstgefällig lächelte. „Nun sie zu, wie du da raus kommst. Doch ich fürchte, du kannst nichts dagegen unternehmen. Dann werde ich jetzt Cassia und deine Schwester mitnehmen, ich hoffe doch, du hast nichts dagegen? Das wird eine kleine, aber sehr feine Familienzusammenführung. Wie ich solche Szenen immer liebe!“ Ihr Mund lächelte, doch ihre Augen blickten mich mit unverholenem Hass an. „Lass sie in Ruhe!“, schrie ich, als sie sich schon zum Gehen abgewannt hatte. Sie blickte nicht einmal zurück und rief über ihre Schulter: „Was willst du denn machen?“ Erst jetzt sah ich, dass Cassy und Josi vor einer unsichtbaren Wand zu stehen schienen. Das fremde Mädchen hatte sie schon fast erreicht, als Cassy sich vor meine kleine Schwester stellte und sie so zu schützen hoffte. Zu meinem Erstaunen redete sie mit dem Mädchen und Fetzen ihres Gespräches wehten zu mir rüber. „ Gib doch auf, Cassia. Du weißt, wie stark ich bin“ „Ja, das weiß ich, Dora“, erwiderte Cassy und selbst auf diese Entfernung konnte ich sehen, das ihr Gesicht schneeweiß war. Woher kannte sie nur den Namen des Mädchens?  „Doch ich werde es nicht zu lassen, dass du die Kleine mitnimmst“ Der Ton der Stimme von Dora veränderte sich bedrohlich. „Noch einmal werde ich es nicht zulassen, dass du dich uns in den Weg stellst. Also: Gib die Kleine her!“ „Nein!“ „Dann trag die Konsequenzen!“ Doras Arme schnellten vor und trafen Cassy an den Schultergelenken. Sie wurde plötzlich wie zu Stein und sackte dann wie eine Stoffpuppe in sich zusammen. Ich bäumte mich gegen meine unsichtbaren Fesseln auf und wannte mich wie ein Fisch. Ich schrie Cassy’s  Namen. Ich konnte es nicht fassen, was da grade geschehen war. Dann stand ich plötzlich ganz still. Dora war an Josi rangetreten und hatte ihre kleine Hand am Gelenkt gepackt und winkte damit. „Tschüss, Wilhelmine!“, säuselte sie mit schrecklich hoher Stimme. „Ich gehe jetzt mit der lieben Tante Dora mit. Soll ich unsere Geschwister von dir grüßen?“ Mit ihrer normalen Stimme lachte Dora laut und gehässig auf. Auf einmal wusste ich, wen ich da vor mir hatte: Die Verursacherin  all meines Leidens! Als Dora dann auch noch Josis anderen Arm schnappte und sie wegzuziehen begann, legte sich in mir ein Schalter um. Aus meinem Körper schossen zwei große Lichtkugeln genau auf Dora zu und trafen sie genau in der Mitte ihres Körpers. Ihr süffisantes Lächeln erstarb und sie ließ Josi los. Auf einmal konnte ich mich wieder bewegen und rannte auf sie zu. Dora stand noch, aber ihr Gesicht war vor Entsetzen verzogen. Ich begann zu schreien: „Wo sind meine Geschwister? Was hast du mit meinen Eltern gemacht? Warum hast du das meiner Familie angetan? Was hast du mit Cassy angestellt? Wer bist du und was wolltest du von Josi? Was hat das alles mit dieser alten Geschichte zu tun? Bring mich endlich zu meinen Geschwistern!“ Bei jedem neuen Satz stieß ich meine  rechte Hand vor und aus ihr zuckte ein Blitz und traf Dora. Ich selbst berührte sie nie, doch sie schien von meinem Angriff immer mehr geschwächt zu werden. Mittlerweile lag sie auf dem Boden vor mir und mir rannen die Tränen der Verzweiflung über die Wangen. Auf meiner Zunge brannten noch mehr Fragen, doch plötzlich schob sich eine Hand vor mein Gesicht. Eine kleine Lichtkugel verließ die Hand und traf meine Stirn. Augenblicklich erschlafften meine Arme und das Bild verschwomm vor meinen Augen. Ich wusste nicht einmal, wer mich da Schach matt gesetzt hatte, doch das hatte grade keine Bedeutung mehr. Ich fiel und unglaublich tiefe Schwärze…

2.9.07 14:09





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