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Die Devise: Lächeln und Nicken!

Jetzt bin ich wirklich hier und überall ist Französisch! Die Tastatur, auf der ich schreibe, ist total komisch, sprich anders als bei uns! Aber ich habe Fledermäuse gesehen und kann sie jeden Abend sehen! Ist es nicht nett, wenn deine Austauschfamilie jeden Abend mit dir draussen ausharrt und mit dir nach Fledermäusen Ausschau hält? Und doch vermisse ich Deutschland und vor allem Deutsch. Lönne kann kaum Deutsch...

Naja, ich schaff das schon! Ich fange ja schon an in Französisch zu denken und zu träumen... Das ist echt seltsam!

Bis (hoffentlich) bald!

Tica

3.6.07 10:34


Cassy

Ich hatte es gar nicht bemerkt, dass ich vor dem Zimmer meiner Eltern eingeschlafen war. Am Morgen wachte ich im Kittel der Intensivstation und eingerollt auf einem Sitz auf. Ich wunderte mich, dass mich niemand weggescheucht hatte, doch mittlerweile schien ich so was wie eine Berühmtheit zu sein. Ich hatte keine Ahnung, wie die Sache an die Öffentlichkeit gelangt war, jedoch fand ich das Schicksal meiner Familie am Morgen in fast jeder Zeitung. Viele stellten es als Drama hin, als Tragödie und Unfassbarkeit. Bilder von mir und meiner Familie wurden abgedruckt und untertitelt mit „Das Mädchen, das als einzige überlebte“ „Warum hat man das ihrer Familie angetan?“ und „Vater und Mutter im Koma und alle 4 Geschwister verschwunden - wie wird sie mit dem Schmerz klarkommen?“. Na danke. Auf solchen Ruhm hätte ich verzichten können. Nur, wie kamen diese Informationen an die Öffentlichkeit? Nach meinem Gespräch mit der Polizei hatte ich doch mit niemanden geredet? Das seltsamste an diesem Tag jedoch geschah, als ich gerade im Zimmer meiner Eltern war. Ihr Zustand hatte sich immer noch nicht verbessert, aber auch nicht verschlechtert. Er war unverändert. Einer Schwester kam herein und fragte, ob ich ein Mädchen empfangen würde. Sie hätte heute vor dem Krankenhaus gestanden und nach mir gefragt. Ich schüttelte sichtlich verwirrt den Kopf. Wer konnte das nur sein? Als das Mädchen dann kam, als ich die kinnlangen blonden Haare und die kleine Statur sah, erkannte ich sie wieder: Es war das neue Mädchen aus meiner Klasse. Und auch ihr Name fiel mir wieder ein: Cassia. Allerdings wollte sie nur Cassy genannt werden. Ich blickte sie erstaunt an: “ Was machst du hier?“ Sie lächelte scheu. “Ich hab gehört was passiert ist. Die Sache tut mir sehr leid. Ich wollte dir helfen…“ Ich schnaubte: „Ach, dir tut die Sache leid und du willst mir helfen? Und wie willst du das anstellen?“ „Na ja, ich dachte ich könnte vielleicht Besorgungen für dich machen oder so. Du willst hier sicher nicht weggehen, oder?“ Ich blickte sie erstaunt an. Was sie sagte, klang sogar ganz vernünftig. Und doch… ich wusste nicht ganz, ob ich ihr trauen konnte. Ich schüttelte den Kopf. „Tut mir leid, Cassy. Aber im Moment weiß ich gar nicht mehr, wem ich trauen kann, geschweige denn, was du für mich holen könntest. Tut mir leid. Lass… lass mich einfach heute noch allein, OK?“ Sie lächelte wieder und ihre blauen Augen blitzen dabei. „OK, mach ich. Tut mir ebenfalls leid, dass ich dich so überrumpelt hab. Aber weißt du, ich kann dich verstehen!“ Dann drehte sie sich um und ging. Ich blickte ihr lange Zeit nach und verstand dieses seltsame Mädchen nicht. Doch irgendwie war sie mir sympathisch… auf einmal.

Mina

8.6.07 20:09


Ich bin wieder daha

Sorry, dass ich so lange nichts mehr geschrieben habe, aber ich war die ganze letzte Woche auf Klassenfahrt. Naja, war schon ganz cool. Mit dem Raftingboot die Elbe runter, Klettern, Bogenschießen, Höhle erkunden, Wasserschlachten... Die Übernachtungen in den Zelten waren zwar nicht so toll, aber es sollte ja eine Out-door-Klassenfahrt werden. Unserm Lehrer hats jedenfalls gefallen... Aber wenn ich an 2 gewisse Dösbaddl aus meiner Klasse denke, die einen auf Super-Ruderer gemacht haben, jedoch selber keinerlei Taktgefühl hatten, dann bekomme ich solche Zuckungen in meinen Händen...

Aber jetzt muss ich erstmal wieder lernen. Während des Austausches habe ich 4 Arbeiten verpasst, die muss ich nächste Woche alle nachholen. Und auch noch die normalen Arbeiten... Suuuper! 

Tica

15.6.07 18:33


alles wird wieder gut... hoffentlich

Meine Eltern waren immer noch nicht aufgewacht. Niemand wollte mir die Hoffnung nehmen, doch es war ziemlich unwahrscheinlich, dass sie wieder aufwachen würden. Ich saß niedergeschlagen auf dem Gang vor dem Zimmer meiner Eltern. Monoton piepten die Geräte, die die ganze Zeit Daten aufzeichneten. Plötzlich durchriss ein Ruf die Stille: „Mina!“ Überrascht schaute ich in die Richtung, aus der der Ruf zu kommen schien und wollte meinen Augen nicht trauen. Da stand Cassy übers ganze Gesicht strahlend und an der Hand hielt sie meine kleine Schwester Josi. Vor Glück bekam ich keinen Ton mehr raus. Josi lief auf mich zu und ich fing sie auf und wirbelte sie eine Weile in der Luft herum. Dann hielt ich sie einfach nur an mich gedrückt. Ich wusste nicht, wie lange ich sie schon so hielt, doch irgendwann ertönte Josi’s Stimme: „Mina, könntest du mich wieder loslassen?“ Ich lachte verlegen und ließ sie los. Sofort nahm Josi meine Hand. “Guck mal, Cassy hat mich…“ „Glaub ihr ja nicht!“, unterbrach Cassy meine kleine Schwester und kniete sich nieder um Josi das Haar zu streicheln, „Sie will allen Leuten klarmachen, dass ich sie aus den Klauen von fürchterlichen Monstern gerettet hätte, dabei hab ich sie einfach nur ein paar Straßen vor eurem Haus aufgelesen. Sie hatte sich verirrt und ich wollte sie gleich zu dir bringen.“ Ich stürzte vor und umarmte Cassy stürmisch. „Danke, danke, danke! Ich weiß gar nicht, wie ich dir danken soll! Du hast mir meine kleine Schwester wiedergebracht! Egal, wie du das gemacht hast, ich werde dir für ewig dankbar sein!“ Cassy befreite sich lachend aus meiner Umarmung. „Lass das. Ich würde mich einfach nur freuen, wenn du mich als Freundin annimmst.“ Mein Grinsen schien ihr Antwort genug zu sein, denn sie grinste in derselben Art zurück.

Doch plötzlich zerriss ein Ruf die freudige Stimmung. Eine Schwester kam ganz außer Atem an. Sie keuchte: „Mina, dein Vater ist aufgewacht und ansprechbar. Sobald er wusste, dass du hier bist, wollte er sofort mit dir reden! Nun lauf doch schon!“ Ich sah Cassy an. „Kannst du noch einmal auf Josi aufpassen? Sie schein dich ja zu mögen.“ Sie nickte und ich rannte mit der Schwester zum Zimmer meiner Eltern. Bevor sie die Tür öffnete, schaute mich die Schwester noch einmal an. „Ist das deine jüngste Schwester?“, fragte sie. „Ja“, antwortete ich, „Vater wird sich freuen, zu hören, dass sie hier ist.“ Ich wartete die Reaktion der Schwester gar nicht erst ab, sondern ging in das Zimmer meines Vaters.

Mina

16.6.07 10:40





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